Der Landeskunde-Blog

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Vom Kurschild

Kurpfälzer PerlenPosted by Redaktion Tue, January 03, 2012 12:29:45
Es gab sieben Kurfürsten im alten Reich, die den König und Kaiser wählten. Später waren es neun. Und jeder Kurfürst hatte ein Erz-Hofamt inne. Und die Pfalz lag mit Bayern seit ungefähr 1300 im Clinch - wie es unter netten Verwandten üblich ist. Jeder der Kurfürsten fügte seinem Hauswappen einen zusätzlichen Wappenschild hinzu, um aller Welt zu zeigen "seht her, ich bins!" Das war der sogenannte Kurschild.

Hier zu sehen am Königssaal im Heidelberger Schloss.

In diesen Kurschild, der ursprünglich leer war, durfte Kurfürst Friedrich II. von der Pfalz 1544 als erster den Reichsapfel setzen - von seinem Jugendfreund Kaiser Karl V. selbst verliehen. Der Reichsapfel, das war das Sinnbild der universalen Kaiserherrschaft und eins der höchsten Symbole des Reichs. Friedrich durfte ihn in sein Wappen aufnehmen, weil er der Erztruchsess des Reiches war und beim festlichen Krönungsmahl des neugewählten Kaisers diesem die erste Scheibe Fleisch servieren durfte.

Bild: Wappen Ottheinrichs von der Pfalz aus dem Cod. pal. germ 833 in der Uni-Bibliothek Heidelberg

1623, als im Dreißigjährigen Krieg der Bayernherzig Maximilian die Pfalz eroberte, nahm er sich nicht nur die Oberpfalz und die Kurwürde als Kriegsbeute, sondern auch gleich das Hofamt des Erztruchsessen dazu. Der Pfälzer Schild war wieder leer.