Der Landeskunde-Blog

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Beobachtungen, Notizen, Anmerkungen.

Seine Haut zu Weihnachts-Markte tragen

Heidelberger SpizzenPosted by Redaktion Wed, December 09, 2009 18:14:51
(1) Ich kaufe mir ein Oktavheft, um meine Gedanken festzuhalten – das billigste, das der Laden bietet. An der Kasse wird mir noch eine Weihnachts-CD angeboten. Interpret egal, Titel egal, Hauptsache Weihnachts-CD. Nichts gegen Marketing-Strategien, aber mich schaudert.

(2) Vor der Bar steht ein Plastik-Weihnachtsmann. „Nicht berühren – Don’t touch“. Ob sonst die abgrundtiefe Hohlheit dieser Puppe offenbar wird?

(3) Es kommt noch schlimmer. Vor der nächsten Bar hinter den Ständen des Weihnachtsmarkts lümmelt sich ein völlig degenerierter Weihnachtsmann auf (s)einem Stuhl, einer Vogelscheuche ähnlicher als einer Symbolfigur. Damit er vor seinem eigenen Zerrbild nicht davonläuft, ist er angebunden und zur Sicherheit noch angekettet.

(4) Oder ist das Satire???

(5) Geradezu zivil mutet dagegen die Einladung an „Genießen Sie die festliche Atmosphäre auf dem Heidelberger Weihnachtsmarkt.“ Das Wort festlich sollte gesetzlich geschützt werden. Ähnlich wie romantisch.

(6) Vermutlich ist die Festlichkeit schon dem Glühwein beigemischt, der massenhaft konsumiert wird. Ist Glühwein eigentlich eine kontrollierte Herkunfts- oder Qualitätsbezeichnung? Man liest nie, dass der 2009er Glühweinjahrgang ein ganz besonderer gewesen sei. Im Mittelalter hat man dem Wein grundsätzlich die wildesten Dinge beigemischt, um ihn überhaupt genießbar zu machen.