Der Landeskunde-Blog

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Stolpersteine

Gehört - gesehen - gelesenPosted by Redaktion Tue, November 24, 2009 10:06:00
Stolpersteine sind Gedenksteine zur Erinnerung an vertriebene, verfolgte und ermordete Mitbürger, die dem nationalsozialistischen Unrechtsregime zum Opfer gefallen sind. Sie werden an beziehungsreichen Stellen in den Gehweg eingelassen.
Nach einem Artikel in "Das Parlament" (46/2009 vom 9.11.2009 S. 4) schloss sich die Stadt München der Meinung der Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Deutschlands, Charlotte Knobloch, an, die die Stolpersteine "unerträglich" findet, weil man so auf den Namen der Toten herumtrampele. In München werden daher keine Stolpersteine verlegt.
Da möchte der geschichtsbewusste Blogger doch darauf hinweisen, dass es gute christliche Tradition ist, die Namen der Toten mitten in die Gegenwart zu setzen, nicht abzusondern, nicht ins Unberührbare zu verrücken, sondern in den Alltag mit herein zu nehmen - wie in den noch nicht von der Fußbodenheizungswelle erfassten alten Kirchen des Landes.
So ist auch der Fußboden der Marienkirche in Stralsund noch bedeckt von den Grabplatten der Toten, die hier - inmitten der Lebenden bestattet sind.
Es dürfte mehr das Bedürfnis sein, die Platten als Denkmäler zu schützen, als das Gefühl des Auf-ihnen-herumtrampelns, was dazu bewog, sie herauszunehmen und an der Seite aufzureihen.
Stolpersteine sind notwendig - zu leicht geht man an der Vergangenheit vorbei.

In Landeskunde online: Die Marienkirche in Stralsund