Der Landeskunde-Blog

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Denkmalschutz ist keine Käseglocke

100 Jahre Badische HeimatPosted by Redaktion Sun, August 02, 2009 23:41:10
Aus einem Beitrag in der "Badischen Heimat" aus dem Jahr 1932:

"Die verschwundenen Höfe aufzubauen, wie sie waren, wird keinem vernünftigen Menschen einfallen, ein moderner Bauernhof muß anders aussehen wie vor etlichen hundert Jahren. Es wird auch schwer fallen diese Bauten vor der Zerstörung durch das Alter zu schützen, und sogar der Denkmalschutz wird zum Unsinn, wenn er einem Bauern verbieten will, seinen Hof nach modernen Grundsätzen umzubauen, oder den alten abzureißen und neu zu bauen, so wie er eben der Notwendigkeit rationeller Landwirtschaft entspricht. So wenig man das Menschenleben über seine Zeit hinaus verlängern kann, kann man die Lebenszeit des Menschenwerkes verlängern. Wer das anstrebte, würde gegen die Gesetze des Lebens handeln.
Eines aber können und müssen wir, wofür der Aufwand an Geldmitteln wirklich nicht zu ungeheuerlich wäre, nämlich die alten Höfe zeichnerisch aufnehmen, diese Aufnahmen an einer bestimmten Stelle sammeln und sichten, um, wenn das Material beisammen ist, einmal ein geschlossenes, topographisch und entwicklungsgeschichtlich einwandfreies Werk über das Schwarzwaldhaus und weiter über das südwestdeutsche Bauernhaus herauszubringen. Daß die Arbeit an den Landesgrenzen nicht aufhören dürfte, daß man hinausschauen müßte nach Osten und Westen, ist selbstverständlich."


Die Meinung mag dem heutigen Denkmalschutzgedanken widersprechen, zumal die Gefährdungen heute größer sind als im Jahr 1932 - aber das Prinzip kennzeichnet dennoch den einen der beiden Pole, zwischen denen sich der Denkmaalschutz heute bewegen muss.