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Ommegang in Brüssel

Flandrisches TagebuchPosted by Redaktion Fri, June 12, 2009 16:43:22
Eigentlich ja ein Eintrag für ein Brüsseler Tagebuch.

1549 zog die glanzvollste Figur, die die burgundische Tradition verkörpert, in Brüssel, der Hauptstadt der habsburgischen Niederlande ein: Kaiser Karl V., den man hierzulande eher als nicht des Deutschen mächtiger Kontrahent der Protestanten kennt. Er war der Nachfolger Karls des Kühnen als Herzog von Burgund, und es war ebenso sein Land, wie das heutige Belgien ihn als Repräsentanten seiner Geschichte verehrt.
Brüssel entbot ihm seine Ehrerbietung, ebenso wie seinem Sohn, dem Infanten Philipp II., der später durch seine Politik den Abfall der nördlichen, calvinistischen Niederlande hervorrufen sollte.
Dieser kaiserliche Einzug vor 460 Jahren ist Anlass für eines der glanzvollsten historischen Spektakel, das Belgien und seine Hauptstadt aufzubieten haben: Den Ommegang. Das Wort ist altflämisch und bedeutet nichts anderes als Umzug oder eben Umgang.
1400 kostümierte Teilnehmer nehmen vom 30. Juni bis 2. Juli 2009 an ihm teil, ziehen zur Kirche Norte-Dame-du-Sablon in der Oberstadt, wo ein mittelalterkiches Dorf errichtet wird, und vor allem über die Grand Place in der Unterstadt. Was den Landshutern ihre Fürstenhochzeit ist, in den Brüsselern ihr Ommegang.

Die Website des Ommegang ommegang.be hat zahlreiche Bilder und auch Videos.