Der Landeskunde-Blog

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Grammatik auf dem Rückzug

Gehört - gesehen - gelesenPosted by Redaktion Wed, December 03, 2014 10:02:19
Es spielt keine Rolle, dass es die Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung war, die sich nicht mehr um korrekte Sprache schert, dagegen sind vermutlich alle Zeitungen nicht (mehr) gefeit. Heute sind gleich zwei Schnitzer zu bemängeln.
In Speyer soll dieses Jahr eine 53jährige Frau die neue Freundin ihres Ex erstochen haben. Vor Gericht entschuldigte sie sich jetzt dafür.
Na fein, kann man da nur sagen, dann ist ja alles in Ordnung.
Das waren noch Zeiten, in denen man um Entschuldigung gebeten hat, und sie dann vielleicht gewährt bekam. Das erinnert mich doch sehr an das hingerotzte "Tschultschung" von zu spät kommenden Schülern, womit in deren Augen dann auch alles regelt war. Ich hoffe doch, dass der Richter die Frau auf diesen Sachverhalt hingewiesen hat. Der Zeitung war das jedenfalls dann keine Zeile mehr wert.

Der andere Fall: In Indien wurde dieser Tage bei einer Massensterilisation 83 Mal die gleiche Spritze verwendet, worauf 13 Inderinnen infiziert wurden und starben.
Da wird man doch nachdenklich. Aldi, Lidl & Co. verkaufen ganz sicher mehr als 83 Mal das gleiche Produkt, und von Todesfällen ist nichts bekannt. Das wird aber sicher nur verschwiegen und vertuscht.
Dass indessen 83 Mal die gleiche Spritze verwendet wurde, stimmt einfach nicht - und wäre auch gar kein Problem. Es war die selbe Spritze - und das ist nun mal wirklich in schwerer Fehler.
Im Fernsehen wurde dieser Tage ein Film gezeigt über den Ursprung von Aids. Die französischen und belgischen Kolonialherren verwendeten bei ihrer medizinischen "Hilfe" eben auch nicht die gleiche, sondern die selbe Spritze - und vervielfachten damit die Infektion mit Aids.
Es wäre interessant, ob die Überschrift mit dem Lapsus wie der Text von AFP stammt oder von den Redakteuren der Zeitung dazu "erfunden" wurde. Im Text kommt der Fehler nämlich nicht vor.