Der Landeskunde-Blog

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Gott und die Menschen

Gehört - gesehen - gelesenPosted by Redaktion Sat, December 22, 2012 19:50:28
In ihrer heutigen Ausgabe berichtet die Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung von der jüngsten Äußerung der Bundes-Familienministerin Kristina Schröder, die "auf die Frage, wie man einem kleinen Mädchen erklärt, dass alle zu 'dem lieben Gott beten, nicht zu der Gott'" geantwortet habe, der Artikel habe nichts zu bedeuten, man könne genauso sagen "das liebe Gott".
Ich befinde mich wirklich nicht oft auf der selben Linie wie der Vatikan (Gott steht über den menschlichen Geschlechtern), und die Aufregung mancher Berufsbetroffenen über die Verwendung des Neutrum-Artikels finde ich an den Haaren herbei gezogen.
Was mich wesentlich mehr beunruhigt ist die Tatsache, dass es offenbar Journalisten gibt, die keine anderen Probleme mehr kennen, als die deutsche Grammatik auf dem Altar einer selbstgerechten "political correctness" zu opfern. Allein diese Frage zu stellen zeugt vom Geisteszustand der Fragenden.
Die Brüder Grimm haben vor 200 Jahren ihre "Sammlung der Kinder- und Hausmärchen" veröffentlicht, und das leise Vibrieren in der Nähe ihres Grabs (Alter St. Matthäi Kirchhof, Berlin) rührt vermutlich daher, dass sie sich hochfrequent im Grab umdrehen angesichts der massenhaften Vergewaltigung der deutschen Sprache.
Es lebe der feine Unterschied zwischen Genus und Sexus!