Der Landeskunde-Blog

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bringt, was nicht gerade
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Beobachtungen, Notizen, Anmerkungen.

Der Pagenturm im Heidelberger Schloss

Macht und GlaubePosted by Redaktion Fri, July 12, 2013 08:55:39
Sinnfälligster Ausdruck der Veränderungen, die um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert mit dem Heidelberger Residenzschloss der Kurfürsten von der Pfalz vorgehen, ist der Pagenturm, die Aufstockung des "Apothekerturm" genannten mittleren Festungsturms der Ostseite. Unter Kurfürst Friedrich IV. (das ist der, der von den Jesuiten und den leichtgläubigen und trunkgierigen Studenten des 19. Jahrhunderts als Saufkopf verschrieen wurde) wandelte sich das Schloss von der reichsfürstlichen Residenz des 16. zur königsgleichen Residenz des 17. Jahrhunderts.

Ausschlaggebend hierfür waren zwei Faktoren: Zum einen die Ehe des Kurfürsten mit Louise Juliane von Oranien, die einerseits die Verbindung zur royalen Statthalterfamilie der Niederlande öffnete, andererseits aber das Bewusstsein geschaffen haben dürfte, über deren Mutter Charlotte von Bourbon-Montpensier verwandtschaftlich in die höchste Schichte des europäischen Hochadels vorgestoßen zu sein. Zum anderen war da aber auch Fürst Christian von Anhalt, der eben diese "europäische" Position der Kurpfalz und ihres Kurfüsten tatkräftig förderte, um das reformierte Lager für die kommende Auseinandersetzung um konfessionelle Freiheit und um Brechung oder Fortbestand der habsburgisch-katholischen Dominanz im Reich zu stärken.

In diesem Zusammenhang, um also die Heidelberger Residenz auch im Zeremoniell "königlich" zu machen, steht die Aufstockung des Personalbestands im Schloss auf 680 Personen, steht die Aufstockung des Apothekerturms unter Friedrich IV. um drei Stockwerke, um Räume für die zusätzlichen Pagen zu bekommen. Die Renaissance-Wendeltreppe in diesem Aufbau - im oberen Teil zerstört, nur im Rahmen von Sonderführungen zu besichtigen - schwingt sich elegant um eine offene Spindel.

Das Blutbad von Wassy – der Beginn der Hugenottenkriege in Frankreich

Macht und GlaubePosted by Redaktion Wed, June 26, 2013 23:08:28

Am 1. März des Jahres 1562 versammeln sich in der kleinen Gemeinde Wassy in der Champagne etwa 5-600 Reformierte in einer Scheune zu einem Gottesdienst. Damit verstoßen sie gegen das kurz zuvor erlassene königliche Edikt (Januar-Edikt oder Edikt von St. Germaine), nach dem protestantische Gottesdienste nur außerhalb der Städte und befestigten Orte stattfinden durften.

Der Herr des Ortes Wassy, Herzog François de Guise, selbst ultrakatholisch und ein erbitterter Gegner der von der Königin Katharina de Medici eingeleiteten Toleranzpolitik, kommt mit einem Trupp bewaffneter Reiter in den Ort, hört von dem Gottesdienst und versucht, die Versammlung auseinander zu treiben. Nach seinen eigenen Angaben hätten die Protestanten ihrerseits einen Gottesdienst seiner Leute durch ihren Gesang vor der Kirche gestört.

Aus dieser Konfrontation entwickelt sich das Massaker von Wassy, das auf protestantischer Seite 31 Tote und einhundert Verletzte, nach anderen Berichten über 40 Tote und 150 Verletzte kostete.

Im Gefolge dieses Massakers fielen Protestanten weiteren Massakern, einer ersten „Bartholomäusnacht“, in Sens, Tour, im Maine und im Anjou zum Opfer.

Die Beurteilung der Historiker betrifft vor allem den zufälligen Charakter des Zwischenfalls. Wenn man auch dem Herzog de Guise keinen zielgerichteten Plan zur Vernichtung der Protestanten unterstellen kann, hat er doch die Gelegenheit genutzt, die ihm verhasste und als ketzerisch angesehene Partei einzuschüchtern. Insofern ist weniger die Gelegenheit, wohl aber das Ausmaß des Massakers zufällig. Zu dieser antiprotestantischen Haltung der de Guise kommt noch ihre Rivalität mit dem französischen Königtum, gegenüber dem sie durch die eingeleitete Toleranzpolitik an Einfluss zu verlieren glaubten.

Das Blutbad gab den Anlass zum Ersten Hugenottenkrieg in Frankreich in den Jahren 1562/63, der nach katholischer Sicht mit der Einnahme von Orléans durch die Protestanten begann. Auf hugenottischer Seite kämpften hier Antoine von Navarra und Louis de Condé, beide Mitglieder der bourbonischen Familie. Der Krieg wurde am 19. März 1563 mit dem Edikt von Amboise beendet, das die Rechte der Hugenotten bekräftigte. In den ersten der Religionskriege, die bis 1598 Frankreich erschütterten, griffen deutsche Fürsten noch nicht ein, wohl aber die englische Königin Elisabeth I., die die Protestanten finanziell unterstützte und dafür beabsichtigte, sich Le Havre abtreten zu lassen.

In Wassy wurde im 20. Jahrhundert die Scheune des Massakers von 1562 rekonstruiert (Bild: Wikimedia Commons/Ji-Elle). Allerdings muss man sich angesichts der Größe des Bauwerks fragen, wie hier 600, nach anderen Berichten bis zu 1200 Menschen zum Gottesdienst Platz fanden.

Pure Leidenschaft

Gehört - gesehen - gelesenPosted by Redaktion Wed, June 19, 2013 18:18:14

Den guten Tag mein teuerer Freund!

Wie das Leben? Ich werde zur Bekanntschaft zu Ihnen glücklich sein... Zu Mir es sehr Gut Ihre Seite auf dem Grundstuck. Ich wollte Sie wissen es ist besser!

Ich denke zu uns, wird bequem sein, wenn wir uns durch die elektronische Post umgehen werden, Ich kann Ihnen die neuen Fotografien schicken, und, grösser über mich sagen ist unmittelbar.

Sie können mir zur Adresse schreiben:

anghelapoka@gmail.com


Wahrscheinlich, im Laufe des Anfanges werde ich über mich unmittelbar sagen:

Meinen Titel Anghela. Zu mir 28 Jahre. Das, was ich einen guten Charakter, und mit mir es habe Sehr interessant. Ich hoffe zu Ihnen, soll wie, sich mit interessant zu entwickeln Ich unsere Bekanntschaft!!!

Ich suche die zweite Hälfte des Lebens, die sicheren und starken Beziehungen aufzubauen Es ist jeder Tag unsere Herze waren naher, unsere Gefühle wurden starker. Ich wei?, Es ist in dieser gro?en Welt irgendwo das Herz, das ich wahnsinnig mögen wird, Sorgen Sie sich und schützen Sie mich! Ebenso, wie eine beliebige Frau, ich die sichere Unterstützung und die Unterstützung im Menschen des Menschen suche. Der Mensch, den im Zustand gern zu haben und zu fühlen, respektiert mit der Frau, es ist für mich notwendig. Aber, ich verstehe, dass Sie als mich, aber es nur das gro?e Plus für uns mehr älterer seid. Tatsachlich der Mensch, der wei?, dass solches Leben, das das Ziel und die Lagen hat - der sicherste und wahrhafte Mensch! Was Sie in diesem Fall denken? Ich die Hoffnung habe die richtige Auswahl gemacht...

Ich denke zu uns, wird bequem sein, wenn wir uns durch die elektronische Post umgehen werden, ich kann Ihnen die neuen Fotografien schicken, und, grösser über mich sagen ist unmittelbar. Ich wünsche Ihnen den guten Abend und die angenehmste gute Nacht!

Den starkesten und leidenschaftlichen Kuss! Ihr Freund Anghela.


Jetzt mal ehrlich - wer kann DA widerstehen????

Lahr am Ende des Alten Reiches

BadischesPosted by Redaktion Wed, June 19, 2013 17:21:43

Ein paarmal kam ich nach Lahr, einem nassauingischen Städtchen, welches 700 Bürger und im ganzen ohngefähr 7000 – 8000 Seelen fasset. Es liegt am Fuße eines langen Weinbergs, der sich da endiget und nur eine kleine Meile von Mahlberg entfernt ist. So unbeträchtlich der Ort wegen seiner Größe scheinet, so ist er doch äußerst belebt und voll Gewerbe. Der größte Teil der Inwohnerschaft bestehet aus Handwerks- und Kaufleuten; es werden dort vorzüglich viele Pelzwaaren für den Landmann verfertiget und sehr weit verführet. Die Herren Gebrüder Lotzbeck haben allda ein große Tabakfabrik angelegt, wo ich eine Taue Tabakblätter, so wie sie aus Virginien ankam, gesehen habe; sie wurde in meiner Gegenwart aufgeschlagen und ein Stück von denen Blättern mittelst eines Beils mit großer Mühe heruntergeschlagen; diese sind mit langen holzenen Nägeln sehr fest zusammengepackt und gegen die Mitte der Taue waren sie ganz warm. Ein nur allein von diesen Blättern gefertigter Tabak solle wegen seiner Stärke gar nicht genießbar sein, sie werden also nur in kleinen Portionen mit anderen vermengt.

Man wirft denen Inwohnern dieses Städtchens vor und, wie ich mich selbst zu überzeugen Gelegenheit hatte, mit allem Grund, dass sie im Handel die Juden an List weit überträfen; an einem Zopfbande von 3 Ellen fehlet gewiss wenigstens ein Achtel, und an einem Pfund Zucker, Kaffee etc. ein, auch zwei Lot. Die Untertanen der Herrschaft Mahlberg haben mit ihnen sehr viel Verkehr; jene bringen Früchte und Hanf hin, und diese wissen immer dem Verkäufer wenigstens für einen großen Teil des Geldes Waaren anzuschwätzen; ein Teil des Erlöses bleibt in denen Schänken liegen und derjenige, den der Bauer mit sich nach Hause bringt. ist oft der geringste. Überdies ist Lahr immer der Zufluchtsort, aber zugleich das Verderben für jene, welche Geld aufnehmen wollen; auch hierinfalls solle sich der Lahrer Bürger in Rücksicht auf Wucher vor vielen Juden auszeichnen. Man hat mir gesagt, dass die Mahlberger Untertanen wenigstens 40.000 – 60.000 Gulden dahin schuldig seien. Nach meinen Gedanken verdiente dieser Umstand allerdings eine Untersuchung und Beherzigung vonseite der badischen Regierung und Rentkammer.

Dieser Auszug aus einem unbekannten Werk befindet sich als Kopie, vermutlich eines Drucks des 19. Jahrhunderts, in meinem Besitz. Er dürfte etwa zwischen 1774, dem Gründungsjahr der Lotzbeck’schen Tabakmanufaktur, und 1803, dem Ende der nassauischen Herrschaft, entstanden sein. Hinweise auf die Herkunft des Texts sind willkommen.

Geroldseck, Veldenz und die europäischen Adelshäuser

Kurpfälzer PerlenPosted by Redaktion Sat, June 15, 2013 23:14:23

Ich las heute in den mir übersandten „Wittelsbacher“-Magazin der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen den Eintrag zu Schloss Lauterecken, und dort besonders, dass die Veldenzer Erbtochter Anna, die „im 15. Jahrhundert durch ihre Heirat mit Herzog Stephan von Zweibrücken das Erbe der Grafen von Veldenz an die pfälzischen Wittelbacher“ brachte und „dadurch sogar zur Vorfahrin der späteren bayerischen und schwedischen Könige“ wurde.

Ich möchte hier betonen, ganz voller berechtigtem Lokalpatriotismus, dass diese Dame Anna von Veldenz einerseits die Ur-ur-ur-ur-Enkelin von Heinrich von Geroldseck, dem Sohn des „Stammvaters“ Walther von Geroldseck (+1277), andererseits die Stamm-Mutter auch der Könige von England aus dem Haus Hannover und noch einiger anderer europäischer Fürstenhäuser war. Das erklärt das Geroldsecker Wappen in der Stammtafel der britischen Monarchie.

Bild: Das Veldenzer Schloss Lauterecken (Landkreis Kusel). Wikimedia Commons/saarlandbilder.net, pejder

Lutherische vs. reformierte Schlosskapelle

Macht und GlaubePosted by Redaktion Wed, June 12, 2013 12:56:37
Die lutherische Schlosskapelle des Fürsten Ottheinrich im Schloss Neuburg. Im Gegensatz dazu ist die reformierte Schlosskapelle in Heidelberg ohne jeglichen bildlichen Schmuck, was der Ablehnung religiöser Bilder in Gottesdiensträumen entspricht.
Und das schon sehr deutliche Auftrumpfen des Pfalzgrafen über dem Altar weist deutlich auf seine reformatorische Botschaft an seinem Palast im Heidelberger Schloss hin.


Die drei Bistümer

Macht und GlaubePosted by Redaktion Wed, June 12, 2013 12:51:01
Das Territorium des Hochstifts Toul war eine der Besitzungen, die Johann Casimir von Pfalz-Lautern vom französischen König als Gegenleistung für seine Hilfe im Hugenottenkrieg für sich wollte. Das Territorium der Hochtifte Verdun und Metz stand ebenfalls auf der Wunschliste.
Das zur Ausstellung #Macht und Glaube in #Heidelberg zum Jubiläum des #Heidelberger #Katechismus.

Johann Casimir und der fünfte Hugenottenkrieg 1576

Macht und GlaubePosted by Redaktion Mon, June 03, 2013 22:43:34

1575, im fünften Hugenottenkrieg, führte Johann Casimir den protestantischen Fürsten und anderen „Unzufriedenen“, darunter dem Herzog von Alençon, eine Armee von 16.000 Söldnern zu – gegen das Versprechen einer Pension und des lebenslänglichen Besitzes der drei Bistümer Metz, Toul und Verdun. Trotz einer Niederlage, die er bereits zu Beginn des Feldzugs vom Herzog de Guise bei Dormans erleiden musste, gelang ihm dennoch, sich mit den Aufständischen im März 1576 im Charolais zu vereinigen, wobei er nebenbei Fontaine-Française, Cîteaux und Nuits-Saint-Georges plünderte.

Der französische König verhandelte sofort, und Johann Casimir erhielt im Edikt von Beaulieu eine Rente, ein Truppenkommando, das Herzogtum Étampes, die Bezahlung seiner Truppen sowie ein Lösegeld von 6 Millionen Livres, musste aber im Gegenzug auf die drei Bistümer verzichten. Auf dem Rückweg ließ er seine Truppen im Stich [?], die erneut in Burgund plünderten. Er nahm den Superintendenten der Finanzen Pomponne de Bellièvre als Geisel. Allerdings wurde ihm nichts von den Versprechungen bezahlt und 1577 verzichtete er auf den Titel eines Herzogs von Étampes.

(aus dem frz. Wikipedia-Artikel übersetzt)

Bild: Portrait Johann Casimirs von Pfalz-Simmern (1543-1592), um 1590. Öl auf Holz, 20 x 14,5 cm. Wikimedia Commons (Lagerort nicht angegeben)

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