Der Landeskunde-Blog

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bringt, was nicht gerade
Nachrichten-Charakter hat -
Beobachtungen, Notizen, Anmerkungen
Er bringt zusätzliche Informationen
aus 100 Jahren Badischer Heimat.

Der Fortschritt in der Automobiltechnik

Gehört - gesehen - gelesenPosted by Redaktion Thu, August 19, 2010 15:41:54
Beim Aufräumen fand ich eine ausgedruckte Mail vom Mai 1998 aus der zeit, als man sich noch über diverse Feinheiten der Computertechnik aufregen konnte. Sind die Zeiten besser geworden oder haben wir uns nur dran gewöhnt?

Auf einer Computermesse verglich neulich Bill Gates die Computer- mit der Auto-Industrie und stellte fest: „Wenn General Motors mit dem industriellen Fortschritt so wie die Computer-Industrie Schritt gehalten hätte, würden wir heute alle 25-$-Autos fahren, die mit einer Gallone Sprit 1000 km erreichen.“

Daraufhin stellte General Motors folgendes fest:
„Ja, aber möchten Sie ein Auto, das zweimal am Tag abstürzt?“ .. und dann:
1. Jedes Mal, wenn die Linien auf den Straßen neu gemalt sind, müssten Sie ein neues Auto kaufen.
2. Gelegentlich würde Ihr Auto auf der Schnellstraße anhalten – aus keinem ersichtlichen grund, aber Sie akzeptieren das, starten neu und fahren weiter.
3. Gelegentlich würde ein Manöver Ihr Fahrzeug zum Anhalten zwingen, und sie müssten den Motor neu einrichten. Aus irgendeinem seltsamen Grund akzeptieren Sie auch das.
4. Sie könnten das Fahrzeug nur mit einer Person benutzen, außer Sie kauften „Auto Professional“ oder „Auto Garage“. Dann aber müssten Sie auch mehr Sitze kaufen.
5. Macintosh würde ein Auto bauen, das mit Solarenergie fährt, fünf mal so schnell, doppelt so leicht zu bedienen – aber es fährt nur auf 5 % der Straßen.
6. Die Macinthosh-Fahrer benötigten teure Microsoft-Adapter für ihre Autos, die ihr Fahrzeug aber halb so schnell machen.
7. Ölstands-, Batterie- und Kraftstoffanzeige wären in einem einzigen „Allgemeiner Betriebsfehler“-Lämpchen zusammengefasst.
8. Das Airbag-System würde fragen „Sie Sie sicher?“, bevor es auslöst.
9. Wenn Sie in einen Unfall verwickelt sind, hätten Sie keine Idee, was eigentlich passiert ist.

Wie weit wir doch gegenüber diesen Kinderkrankheiten gekommen sind.

"Endlich" Bewegung im Heidelberger Schloss?

Heidelberger SpizzenPosted by Redaktion Fri, August 06, 2010 17:36:27
„Ins Schloss kommt endlich Bewegung“ titelte die Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) anlässlich der Grundsteinlegung des neuen Besucherzentrums im Heidelberger Schloss und wärmte letztlich doch wieder zahllose alte Kamellen auf.

Die erste Kamelle: Im Schloss IST längst Bewegung. Wenn das Land nicht seit Jahren Millionenbeträge in die weltbekannte Ruine investieren würde, wäre das Schloss wirklich nur noch eine Ruine – und eine gefährliche dazu. Die anderthalb bis zwei Millionen, die jährlich investiert werden, sind dem Berichterstatter der RNZ nur eine Randbemerkung, einen Halbsatz wert.

Der Autor dieser Zeilen wies im übrigen Staatssekretär Scheffold im Gespräch auf einen kleinen Mangel in der Öffentlichkeitsarbeit des Landes hin: Es werden zwar jährlich hohe Beträge zur Sicherung des Schlosses verbaut – aber keiner in Heidelberg bekommt das wirklich mit. Auf dem Asperg bei Ludwigsburg – hier investiert ebenfalls das Land – ist das anders. Da wird auf großen Tafeln die Bevölkerung informiert. Über alles, über den Bau und alle Begleitumstände. Auch über die Fledermäuse. Ich denke, die Heidelberger Bürger haben ein Recht darauf, zu wissen, was in „ihrem“ Schloss vorgeht.
Ludwigsburg kanns besser: Ausführliche Besucherinformation an der Festungs-Baustelle. Aufnahme 2009.


Viel wichtiger ist die leidige Toilettenfrage. Das MUSS natürlich wieder und wieder erwähnt werden. Die zweite Kamelle. Jahrelang Gejammer, es gebe keine Toiletten. Dabei gibt es welche – im Zwingerbereich und im Fasskeller. Nicht behindertengerecht, sicher. Aber es gab ja auch jahrelang (wir erinnern uns: 2007-2009) viel Getöse um diese unsägliche Rekonstruktion des Schlossgartens. Da ist auch niemand von den Investoren (Mäzene nannten sie sich) aufgestanden und hat gesagt, wir machen Nägel mit Köpfen, wir suchen und finden eine Interimslösung. Das hätte ja Ideen gebraucht. Oder hätte das die ehrenamtlich arbeitende Bürgerinitiative FÜR den Schlossgarten leisten sollen?

Die dritte Kamelle: Die Bilder des Besucherzentrums. Abgesehen von der Tatsache, dass man eine Animation ganz gewiss nicht in der Zeitung abdrucken kann – es sind wieder nur die alten Bilder vom Neubau. In der perspektivischen Verkürzung lassen sie die Fenster wirklich nur als in den Kubus gesägte Lichtschlitze erscheinen. Dass der Bau damit bei den Heidelbergern keine Liebe erzeugt, ist verständlich. Betrachtet man ihn dagegen von vorne (das ausgestellte Modell zu fotografieren hätte genügt!) dann zeigt er sich gar nicht so abweisend-unfreundlich. Das hätte doch von vornherein Klarheit in die Diskussion um den schnell als „Toilettenbunker“ verschrienen Bau gebracht.

Die Irrfahrten des Odysseus

Gehört - gesehen - gelesenPosted by Redaktion Thu, April 22, 2010 22:43:41
Homers Odyssee gehört bekanntlich zum abendländischen Kulturerbe. Darin wird berichtet, wie Odysseus, der Held, nach dem Trojanischen Krieg gute zehn Jahre in der damaligen Welt herumgeirrt ist, um nach Hause zu kommen. In Zahlen ausgedrückt: Für eine Strecke von 1200 km zehn Jahre. Inklusive Polyphem, Skylla und Charybdis, Sirenen, einer in Schweine verwandelnden Kirke und diversen anderen Abenteuern. Pro Jahre 120 km. Da legt mancher Ich-bin-dann-mal-weg-Wanderer locker zu Fuß weitere Strecken zurück.
Nun aber der Medien-Hype des vergangenen Wochenendes. Da sitzen Urlauber in Malaga fest und kommen nicht nach Hause, weil im fernen Nibelungen-Island ein Vulkan Asche in die Luft pustet. Gut, ich BIN konservativ und denke, wenn ich wohin fahre, wo ich nicht notfalls zu Fuß wegkomme, dann trag ich ein gewisses Verkehrsrisiko.
Polyphem muss draußen bleiben: Malaga, das römische Amphitheater mit der Befestigung des Alcazaba (© Wikimeoda Commons)

Aber, liebe Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung, wenn der Urlauber-Bus von Malaga nach Frankfurt für 2288 km Landweg nunmal 35 Stunden braucht, dann ist das rein rechnerisch eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 km/h (bei zwei Stunden Pause). Da ist nicht die geringste Zeit für Zyklopen-Abenteuer, und nennenswerte Umwege wird der Bus auch nicht gemacht haben.
Odysseus hätte bei der Geschwindigkeit nur 17 Stunden gebraucht. Und Homer wäre mit dem Schreiben gar nicht nachgekommen.
Die Bahn hätte übrigens nur zwischen 22 und 27 Stunden gebraucht. Auch direkt, auch ohne Zwischenstop bei Zyklopen, aber halt mit 3 bis 5 mal Umsteigen.
Umsteigen wiederum ist manchmal so aufregend wie eine Begegnung mit Sirenen. Davon ahnt der bequeme Bus-Insasse nichts.
Wider Erwarten ist die FAZ in dem Fall auch nciht besser und dichtet der Kanzlerin eine "Odyssee" an, nur weil sie mit dem Bus über die Alpen fuhr.
Also bitte... seids ein bissel sorgfältig mit euren Worten. Nicht jede lange Fahrt ist gleich eine Odyssee. Zu der gehört mehr als nur Druckerschwärze.

Trachtenmode

AlltagssplitterPosted by Redaktion Sat, April 10, 2010 13:00:12
Ich falle gerade mal wieder über eine eingeblendete Anzeige von C&A, die mich unbedingt mit "Dirndl- und Trachten" umschmeicheln will. Ich betone mit aller Deutlichkeit: Trachten sind das NICHT! Trachten sind traditionelle, landschaftliche gebundene und bedingte Kleidungsstücke - und ganz sicher keine Kaufhaus-Massenware (nichts gegen die Artikel von C&A und ihre Qualität). Trachten sind nicht nur taillierte Kleider mit einem tiefen Ausschnitt, Rüschenbluse und Seidenschürze! Und Dirndl übrigens genau so wenig.
Das musste doch mal gesagt werden!

Frühlingssinfonie im Schwetzinger Schlossgarten

Badische Heimat on tourPosted by Redaktion Tue, April 06, 2010 20:02:06
Sinfonie? Ein rauschendes Orchester! Wolken von rosa Kirschblüten - jedes Jahr und doch wieder jedes Mal neu und aufregend. Genuss pur. Optischer Genuss.

Wer konnte, genoss auch anders.... mit dem Lieblingskind an der Hand oder um für das nahende Abi zu lernen

Die Bilder gibts auch bei Facebook
Und den Schlossgarten Schwetzingen bei Landeskunde online

Osterspaziergang

AlltagssplitterPosted by Redaktion Thu, April 01, 2010 12:49:53
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben.


Text: J.W.Goethe, Faust I - Bild: Landeskunde online
Landeskunde online > Klöster > Zisterzienser > Maulbronn

Lange Nacht der Museen Heidelberg

Badische Heimat on tourPosted by Redaktion Tue, March 23, 2010 09:59:40
Es muss am Wetter gelegen haben, dass die Lange Nacht der Museen in Ludwigshafen, Heidelberg und Mannheim nicht so stark nachgefragt war wie letztes Jahr. Nach einem Bericht der RNZ fanden bei dem doch recht unappetitlichen Wetter nur etwa 20000 Besucher den Weg in Museen und Galerien - gegenüber 30000 im vergangenen Jahr.

Obs nun wirklich am Wetter lag oder an dem Angebot, mit dem die Häuser die Besucher anlockten, sei dahingestellt - Ursachenforschung ist nicht unsere Aufgabe. Das Team von Landeskunde online machte sich auf den Weg die Heidelberger Hauptstraße hoch, beginnend beim Verpackungsmuseum, genoss Jazz in der Alten Aula der Universität, warf einen Blick in die Jesuitenkirche, betrat auch zum ersten Mal die dortige Krypta und fuhr dann mit der Bergbahn zum Schloss hoch.


Video-Lichtinstallation am Friedrichsbau des Heidelberger Schlosses

Irgendwann stellte sich im Lauf des Abends aber die Frage, ob es mehr hätte sein können. Kein Mannheim, kein Ludwigshafen, wieder "nur" Heidelberg. Moschee und Synagoge hätten hochgradig interessiert, der Schlossbunker - wie Michelin sich ausdrücken würde, ein faut le voyage. Kammerorchester im Wasserturm (wirklich innen drin?), Orgelkonzert in der Christuskirche. Aber das Heidelberger Schloss ist Pflichtprogramm.

Nachgerechnet: 19 h Moschee, 19.30 h Galerie Panorama (liegt auf dem Weg zur Synagoge), 20 h Synagoge, 20.30 h Schlossbunker (nach dem Zeitungsbericht mit Anstehen), 21.30 h vielleicht ein Blick ins Schloss zu den Danazatori Palatini (eigentlich auch Pflichtprogramm), 22 h Wasserturm, 22.30 h Christuskirche (wenn da gerade mal wirklich die Orgel erklungen wäre). 23 h zurück zum Bahnhof, 23.45 h Altstadt Heidelberg. Dann hätte das Programm begonnen, mit dem die Redaktion 20.30 h am Bismarckplatz anfing und mit dem sie die folgenden vier Stunden beschäftigt war.

Die Idee, die Kulturstätten in den drei Metropolen zu vernetzen, ist großartig und seit 12 Jahren ein Erfolgsrezept. Aber die sechs Stunden zwischen 19 und 2 Uhr sind dafür zu kurz.

Halb eins am Bismarckplatz. Keine Straßenbahn mehr nach Kirchheim. Nur der Moonliner, eine halbe Stunde später (es regnete heftig), aber bei dessen Erwähnung rümpfte der Taxifahrer deutlich die Nase. Wir hätten doch besser - Nahverkehr hin, Nahverkehr her - das Auto genommen. Immerhin fuhren die Museumsbusse unverdrossen bis 2 Uhr nachts.

In Landeskunde online: Lange Nacht der Museen

Frühling ists

AlltagssplitterPosted by Redaktion Thu, February 25, 2010 15:35:39
Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte.



Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.



Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

Stuttgart, am ersten Frühlingstag 2010, nach einem langen, langen Winter

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